»Abizeneca: Am Ende doch noch zugelassen«

Eine Schule in Bayern lässt Jugendliche gegen Corona impfen, der Lehrerverband hofft auf einen normalen Schulalltag nach den Sommerferien, und die Kids wissen zu wenig über Steuern und Kredite.

»Nicht ohne mein Team(s)«, »Abi allein zu Haus«, »ABiontech«, »Abizeneca: Am Ende doch noch zugelassen«, »Unsere Schule war öfter dicht als wir« – mit diesen Sprüchen sagen Abiturientinnen und Abiturienten dem (digitalen) Klassenzimmer schon bald für immer Adieu.

Und auch alle anderen Schülerinnen und Schüler haben es nicht mehr weit bis zur Ziellinie: Nur noch fünf Wochen, dann beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien – das Ende des wohl verrücktesten Schuljahres seit Jahrzehnten.

Doch wird danach alles so wie früher? Die Inzidenzwerte gehen nach unten, es gibt wieder verstärkt Präsenzunterricht, und Jugendliche ab 16 Jahren können sich bald impfen lassen. Das stimmt zumindest den Lehrerverband optimistisch. (»Das ist los«).

Nachholen müssen die Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr sicher einiges. Es hapert nicht nur in Deutsch und Mathe, sondern auch im Unterrichtsfach Wirtschaft (»Gut zu wissen«). Vermutlich wird sich aber wohl erst im neuen Schuljahr zeigen, wo die Lücken am größten sind.

Mit zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung die Folgen der monatelangen Schulschließungen für Kinder und Jugendliche zwar abfedern. Doch schon jetzt hagelt es Kritik. Das Maßnahmenpaket sei unzureichend, findet der deutsche Lehrerverband. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) spricht von einem »Offenbarungseid verfehlter Personalpolitik«. Eltern und Schüler befürchten, das Geld werde nie bei ihnen ankommen.

Manch einer wünscht sich bei diesen Aussichten bestimmt schon jetzt, die Sommerferien würden niemals enden.

Kommen Sie gut durch die Zeit. Und wenn Sie uns auf Themen hinweisen möchten, die wir uns mal näher anschauen sollten, schicken Sie uns gern eine Mail.

 

Das Team von »Kleine Pause«

Silke Fokken, Kristin Haug, Armin Himmelrath, Miriam Olbrisch

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Das ist los

1. Impfen in der Schule

Am Freitag können sich Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren an einem Gymnasium in Planegg bei München gegen das Coronavirus impfen lassen. Das ist womöglich die erste Schule in Deutschland, die ein solches Angebot macht. »Ich freue mich wirklich sehr darüber, Ihnen dieses Angebot weiterleiten zu können, ist es doch ein weiterer Schritt Richtung Normalität«, schreibt der Schulleiter in einem Brief an die Eltern, wie die »Süddeutsche Zeitung« berichtet.

Die Impfung ist freiwillig und kostenlos, die Eltern müssen einwilligen. Die Ärzte, die die Schülerinnen und Schüler impfen, hätten in der eigenen Praxis schon alle gefährdeten Patienten versorgt, versicherte der Schulleiter in einer E-Mail an die Eltern. »Mir war es wichtig, dass weder Lehrkräfte noch Schülerinnen und Schüler jemandem eine Impfung wegnehmen, der aus gesundheitlichen Gründen wirklich eine benötigt, ich bin aber gleichzeitig der Ansicht, dass gerade Jugendliche dringend wieder mehr Freiheiten brauchen.«

2. Alles wie früher?

Wenn immer mehr Menschen geimpft sind und auch schon Teile der Schülerschaft, wird dann bald alles wieder so wie vor Corona? Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, glaubt fest daran. Nach den Sommerferien könnten Schülerinnen und Schüler zum normalen Unterricht zurückkehren, sagte er der »Welt«. »Ich rechne damit, dass der dritten Welle keine vierte mehr folgen wird und das nächste Schuljahr bei anhaltend sinkenden Inzidenzen und weiteren Impffortschritten im Regelbetrieb starten kann.«

3. Nach der Schule ist vor dem Beruf

Helene Flachsenberg kann gut malen, und als Kind war für sie immer klar, was sie werde wollte – Malerin. Doch »je älter ich wurde und je mehr ich über die Berufswelt erfuhr, desto härter erschien mir das Leben als Künstlerin«, schreibt sie. Wonach sollte man seinen Beruf auswählen? Das fragt sie sich und gibt hier eine Antwort.

Und sonst noch?

In Bayern haben sich drei Jugendliche im Schulhaus einschließen lassen. In der Nacht spielten sie Fangen und Verstecken in ihrer Schule in Neu-Ulm, wie die Polizei mitteilte. Anwohner hatten vermutet, jemand sei eingebrochen, und alarmierten die Polizei. Die Beamten fanden die drei Schüler im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Sie wurden wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen die nächtliche Ausgangssperre angezeigt.

In Niedersachsen haben Schülerinnen und Schüler aus der Region Hannover den Kultusminister Grant Hendrik Tonne aufgerufen, auf Klausuren und Klassenarbeiten zunächst zu verzichten. Lehrerinnen und Lehrer sollten lieber Wissen vermitteln, statt Leistungen zu überprüfen, heißt es in einem offenen Brief.

In Brandenburg wurde einem Lehrer mit Nazi-Tattoos rechtmäßig gekündigt. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg erklärte die Kündigung in der vergangenen Woche für wirksam. Die Tattoos ließen auf eine »fehlende Verfassungstreue« schließen.

Gut zu wissen

Schülerinnen und Schülern in Deutschland fehlen Grundkenntnisse in Wirtschaft. Von Steuern, Versicherungen oder Krediten wissen die meisten Jugendlichen kaum etwas. Wirtschaftspolitische Zusammenhänge verstehen sie ebenso wenig. Das zeigt eine Studie des Instituts für Ökonomische Bildung der Universität Oldenburg, über die die »Welt« berichtet.

An den Gymnasien sind die Defizite demnach am größten. Im Gegensatz zu anderen Fächern wie Biologie oder Erdkunde gibt es bundesweit kein einheitliches Fach Wirtschaft. Jedes Bundesland entscheidet selbst, wo die ökonomische Bildung angesiedelt wird, berichtet die »Welt«. Das Spektrum reicht von Weltkunde über Erdkunde oder Gemeinschaftskunde bis zu Wirtschaftslehre, Sozialwissenschaften und Arbeitslehre.

Tipp zum Schluss

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